Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen

Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen wie Erdbeben in Japan, Explosionen von Atomkraftwerken, Tsunamis aber Großereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft liegen in der Konzentrierung auf die Heavy User in der thematischen Nische. Sollte man sich nun von Google wegbewegen hin zu themenspezifischen Websites, wo sich potenzielle Heavy User aufhalten? Eine genaue Analyse der Logfiles bringt ein ganz anderes und vielleicht für manche überraschendes Ergebnis.

Dabei bin ich eigentlich permanent mit meinen Gedanken bei den betroffenden Menschen in Japan. Hoffentlich ist es bald vorbei und Japan hat nicht noch eine gigantische Atomkatastrophe nach dem Erdbeben vor sich.

Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen – Auswirkungen von Großereignissen

Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen

Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen

Auswirkungen können verheerend sein. Das extremste, was mir jemals vorgekommen ist, war neben dem Streik des .com-Adressbetreibers, der alle .com-Adressen aussetzte, der 9. September 2001. Damals brachen alle Internet-News-Sites weltweit wegen Überlastung zusammen. Wir waren gezwungen einen Fernseher einzuschalten.

Auch bei dem Erdbeben mit Tsunami und Atomkatastrophe der letzten Tage in Japan, gab es ähnliche Effekte, auch wenn das Internet nicht zusammenbrach, konnte man doch beobachten, dass es eine gewisse Konfusion gab, die auch von der japanischen Regierung mit initiiert wurde, weil aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und aus Angst vor Panik nicht die volle Wahrheit berichtet wurde. Die letzte Meldung von heute morgen ist, dass das japanische Fernsehen nach den Nachrichten keine kompletten Wetternachrichten, insbesondere Windrichtungen sendet, da dadurch, wegen der radioaktiven Gefahr, auch Panik initiiert werden könnte.

Traffic-Einbruch wegen der Japan Katastrophe

Wenn ich nun auf meinen Traffic schaue und den Donnerstag vor dem Beben als 100% (=Index) ansetze, kann ich folgende Rückgänge verzeichnen:
Alle Besuche:
– Donnerstag 10.03.2011: 100%
– Freitag 11.03.2011: 82%
– Samstag 12.03.2011: 61%

Besuche von Suchmaschinen
– Donnerstag: 100%
– Freitag: 90%
– Samstag: 64%

Direkte Zugriffe
– Donnerstag: 100%
– Freitag: 73%
– Samstag: 46%

Verweis-Websites:
– Donnerstag: 100%
– Freitag: 23%
– Samstag: 59%

Als Ergebnis ergibt sich folgendes Ranking, wobei der größte Traffic-Verlust-Bringer unten steht:
– Suchmaschinen
– Direkte Zugriffe
– Verweis-Websites

Ergebnisse und Interpretation

Während einer Katastrophe suchen Internet-User anscheinend den direktesten Weg zur Information. Das ging mir selbst auch so. So habe ich recht schnell festgestellt, dass ich bei den Nachrichtenanbietern schneller an aktuelle Informationen komme, als über die Suchmaschinen (insbes. Google). Danach habe ich mich direkt auf die Nachrichtenagenturen wie Reuters oder Kyodo (Japan) gewendet, wo ich sehr aktuelle Informationen bekam, wobei Kyodo anscheinend aus Sicherheitsgründen nicht die ganze Wahrheit verbreitete.

Im Extremfall suchen wir also die direkte Information. Das bedeutet für meinen Blog, insbesondere wenn sich mein Blog nicht um katastrophenrelevante Themen dreht, dass sich die Effekte genau entgegengesetzt entwickeln.
Also habe ich die geringsten Traffic-Einbußen bei Suchmaschinen, höhere bei direkten Zugriffen und die höchsten bei direkten Verweisen von anderen Websites.

Reaktion bzw. Handlungsempfehlung

Daraus ergibt sich folgende Schlussfolgerung. Ich muss mich also nach wie vor in erster Priorität auf die Besucher von Suchmaschinen konzentrieren. Erst danach geht es wieder um Besucher von Verweis-Seiten und direkt zugreifende Besucher.

Da man durch die Katastrophe direkt kurzfristig viele User verloren hat, kann man, wenn es irgendwie möglich ist, die Katastrophe zum Thema machen. Dabei sollte man sich nicht zuweit vom eigenen Thema entfernen. Tritt man plötzlich als Katastrophenreporter auf, wenn man ursprünglich ein ganz anderes Thema hatte, wirk das nicht gerade seriös.

Welche Erfahrungen machst Du gerade mit Deiner Website oder Deinem Blog. Veränderst Du Dein Bloggerverhalten? Schreibe einen Kommentar…

3 Gedanken zu „Mittel gegen Traffic-Einbruch bei Katastrophen

  1. Ulfi

    Mit den Worten von Käptn Kirk: Die Technik darf den Menschen nicht beherrschen. Der User-Verlust an diesen Tagen ist eigentlich egal – denn der hat alle getroffen – es hat also niemand einen Wettbewerbsvorteil – oder sehr wenige. Reuters war nicht so aktuell wie die lokalen Medien. Google zeigte noch einige Tage die schönsten Bilder aus der Umgebung davor…

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  2. Chris

    Hallo Manfred,
    hab ich mir auch überlegt. Japan bzw. Fukushima beschäftigt mich allerdings momentan so sehr, dass ich nicht anders kann. Habe mich sogar schon dabei erwischt, dass dieses Katastrophen-Wording in meine tägliche Sprache übergegangen ist. Ganz schön verstrahlt.

    Eigentlich sollte ich nicht darüber bloggen, denn bzgl. SEO kann es auch schädlich sein. Aber leider gehört dieser Atomstörfall immer mehr zu unserem Alltag. Ich hasse das!
    bg Chris :-)

    Antworten
  3. Manfred

    Ich fühle mich bei Ereignissen wie diesen irgendwie dazu hingezogen, es auch zu thematisieren. Aber eigentlich passt es nicht so recht zum Blog und man mag nicht auf das Katastrophen-Trittbrett aufspringen. Aber ein wenig beeinflusst wird die Themenwahl schon, aber eher auf Facebook.

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